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Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V.

Netzwerk für Versorgung, Qualität und Forschung in der Onkologie

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Hier finden Sie eine Übersicht aller Projekte der ADT.

Für weitere Details klicken Sie auf die Dreiecke.

Bundesweit werden die Daten der Klinischen Krebsregister alle 2 Jahre von der ADT gesammelt und hinsichtlich der onkologischen Versorgung der Patient(inn)en durch Auswerteteams entitätenspezifisch ausgewertet und im Rahmen des Deutschen Krebskongresses in Berlin in einer bundesweiten Onkologischen Qualitätskonferenz dargestellt. 2021 wird bereits zur 9. Bundesweiten Onkologischen Qualitätskonferenzen aufgerufen werden.

Mit der Verabschiedung des Gesetzes „zur Zusammenführung von Krebsregisterdaten" im August 2021 erhielten die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT), die Deutsche Krebsgesellschaft, die Krebsregister, die Deutsche Krebshilfe, das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) sowie Vertreter von Patientenorganisationen den gesetzlichen Auftrag, ein Konzept zur Schaffung einer Plattform zu entwickeln, deren Ziel es ist, Daten aus den Krebsregistern der Länder zusammenzuführen sowie eine Verknüpfung von Krebsregisterdaten mit anderen Daten zu ermöglichen. Durch Bereitstellung einer qualitätsgesicherten Datenbasis und Förderung von Analysekompetenz soll die Plattform dazu beitragen, den Nutzungsgrad von Krebsregisterdaten zur Beantwortung drängender Fragen der Krebsforschung zu steigern und damit noch nützlicher für die Behandlung von Krebspatienten:innen zu machen. Im Rahmen der Konzeptentwicklung ist auch zu klären, wo die Plattform verankert werden kann, wie und in welchem Verfahren Anträge zu versorgungsrelevanten Fragen an die Plattform gestellt werden können, wie Forschungsfragen durch die Plattform bearbeitet werden können, welche Expertisen dafür benötigt werden und wie die Verbindung zur zentralen Antrags- und Registerstelle beim ZfKD gestaltet werden kann. Der Projektstart ist Mitte des Jahres 2022 vorgesehen.


Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren


Beim Innovationsfondprojekt „Wirksamkeit zertifizierter Zentren (WiZen)“ wurde bei 11 Tumorentitäten auf der Basis von Krebsregisterdaten und in Verknüpfung mit Krankenkassendaten der AOK geprüft, ob die Zertifizierung eine bessere Ergebnisqualität für die Patienten erbringt. Neu war, dass nicht nur Registerdaten als Basis zur Verfügung standen, sondern erstmals auch ein Datenlinkage mit Krankenkassendaten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) in der ADT als Vertrauensstelle erfolgt ist. Dies erlaubte, dass auch Confounder, wie z.B. Komorbiditäten mit in die Analyse einbezogen werden konnten. 

 

Projektteilnehmer:

  • Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV)
  • Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT)
  • Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)
  • Nationales Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT)
  • Institut für Qualitätssicherung und Versorgungsforschung der Universität Regensburg

Kooperierende Krebsregister:

  • Klinisches Krebsregister Dresden
  • Klinisches Krebsregister Erfurt
  • Klinisches Krebsregister Regensburg
  • Klinisches Krebsregister Berlin/Brandenburg

Forschungsschwerpunkte:

  • Vergleich zertifizierte und nicht-zertifizierte Zentren, durch:
    • Überlebensraten
    • rezidivfreie Überlebenszeiten
    • entitätsspezifische Behandlungsoutcomes
    • Anteil an behandelnden Patienten nach Entität, Alter, Geschlecht, Region
    • Behandlungswege in Abhängigkeit der Tumorentität
  • Vergleich Validität einer Abbildung der Schwere/Stadiums einer Tumorerkrankung mittels klinischen Krebsregisterdaten und GKV-Routinedaten

Rolle der ADT - Vertrauensstelle:

  • Datenannahmestelle von:
    • klinischen Krebsregistern (DRS, ERF, BBR, RGB)
    • GKV-Routinedaten (WIdO)
    • Zertifizierungsdaten (DKG)
  • Vergleich und Durchführung Daten-Linkage:
    • Deterministisch (eindeutig) über Krankenversicherungsnummer bzw. Institutskennzeichen
    • Probabilistisch (stochastisch) über ausgewählte Krankendaten
  • Generierung Auswertedatensatz
     
  • Kurzfassung Ergebnisbericht WiZen

Evaluation der Brustkrebs-assoziierten Sterblichkeit im deutschen Mammographie-Screening-Programm

 

Projektteilnehmer:

  • Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Bereich Klinische Epidemiologie
  • Landeskrebsregister Nordrhein-Westfalen gGmbH
  • Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT)
  • Abteilung Prävention und Evaluation, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Bremen
  • Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung, SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen

Zentrale Forschungsfrage:

Untersuchung des Einflusses des deutschen Mammographie-Screening-Programmes auf die Brustkrebsmortalität

 

Rolle der ADT – Vertrauensstelle und Auswerter:

  • Als Vertrauensstelle:
    • Verknüpfung von Daten klinischer Krebsregister mit denen von Mammographie Screening-Einheiten
  • Als Auswerter:
    • retrospektives Auswerteverfahren zur Unterstützung der zentralen Forschungsfrage:
      • Auswirkung der Therapieadhärenz auf die Brustkrebsmortalität
      • Auswirkung der Patientenversorgung auf die Brustkrebsmortalität

Im Rahmen des vom Bundesminsterium für Gesundheit (BMG) geförderten Projektes der ADT zur Weiterentwicklung des Onkologischen Basisdatensatzes (ADT/GEKID) und seiner Module wird ein Regelwerk zu dessen regelmäßiger Aktualisierung von der ADT in Zusammenarbeit mit Vertretern der GEKID und der Plattform 65 c erstellt. Aktuell erfolgt ein Update des Onkologischen Basisdatensatzes durch die AG-Daten (ADT/GEKID). Nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger müssen die festgelegten Parameter bundesweit durch klinische Krebsregister § 65c erhoben werden.

Im sehr aktuellen Projekt der ADT sind die Krebsregister 65c aufgerufen, sich an einer Erhebung zur Versorgung in der Onkologie im Zusammenhang mit Covid-19 zu beteiligen.

Die ADT hat in Zusammenarbeit mit dem Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin (DVMD) und der GEKID eine 20-tägige Fortbildungsveranstaltungsreihe in der Tumordokumentation erstellt und veranstaltet diese jährlich. Nach Abschluss der gesamten 20-tägigen Fortbildungsreihe wird eine Prüfung angeboten, welche durch den TÜV Rheinland zertifiziert ist. Mit bestandener Prüfung wird bei Nachweis einer 2-jährigen Berufserfahrung im Aufgabenfeld der Tumordokumentation das Zertifikat „Tumordokumentar/in mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation“  erteilt. Das Zertifikat soll es potentiellen Arbeitgebern ermöglichen, die Kompetenzen eines Bewerbenden besser einzuschätzen, mittel- bis langfristig die Anerkennung der Arbeit der Tumordokumentare stärken und die Tumordokumentation nach einheitlichen Standards bundesweit ermöglichen.

Um (Nachwuchs-) Wissenschaftlerinnen und (Nachwuchs-)Wissenschaftlern das erforderliche Wissen und die methodischen Grundlagen für die Durchführung registerbasierter Studien und die Nutzung versorgungsnaher Daten in Registern zu vermitteln, führt das Deutsche Netzwerk für Versorgungsforschung e.V. (DNVF) derzeit, das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderte Projekt REGIBA, durch. In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT) und Experten aus weiteren Fachgesellschaften wird ein Curriculum entwickelt, das ein Grundverständnis der Vielfältigkeit der Versorgung und des Gesundheitssystems einerseits und die Möglichkeiten und Notwendigkeit inter- und multidisziplinärer Auswertung und Nutzung von Registerdaten für die Versorger und zu Versorgenden andererseits vermittelt.

 

 

Die ADT bietet ein breites Netzwerk und enormen Erfahrungen im Bereich klinischer Register. Darüber hinaus verfügt die ADT über langjährige Erfahrung im Bereich der Aus- Fort- und Weiterbildung von Tumordokumentierenden basierend auf dem Onkologischen Basisdatensatz. Dieses Wissen bringt die ADT als Kooperationspartner mit in das REGIBA Projekt und trägt somit zu einem hochwertigen Curriculum bei, um langfristig die Durchführung kontextgerechter, methodischer, qualitativ hochwertiger Auswertungen und anspruchsvolle registerbasierte Studien zu etablieren.